CORTISON – FREUND ODER FEIND?

Viele Menschen begegnen Cortison – auch bei Nasensprays – mit Skepsis oder Ablehnung. Was Patienten über den Wirkstoff wissen sollten, damit sie ihre emotionalen Blockaden abbauen.

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Unkenntnis ist häufig der Nährboden für eine Verunsicherung. Eine belgische Studie aus dem Jahr 2012, in der Patienten mit allergischer Rhinitis befragt wurden, zeigt: Am meisten gefürchtet bei Nasensprays mit Corticoiden wie Mometason sind Gewöhnungseffekte, Schäden an den Schleimhäuten sowie Einflüsse auf andere Organe wie Herz, Augen oder Haut.¹ Laien wissen oft nicht, dass der eigene Körper Cortisol produziert. Auch die erwünschte entzündungshemmende Wirkung von Cortison-Präparaten ist vielen unklar.

Und systemische Nebenwirkungen?

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Wie kann man diese emotionalen Blockaden abbauen und die Compliance verbessern? Betroffene sollten wissen, dass Fachgesellschaften in ihren Leitlinien Cortison-Nasensprays (intranasale Glucocorticoide) als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung der allergischen Rhinitis empfehlen.² Der Wirkstoff Mometason in diversen Heuschnupfensprays entfaltet seine Wirkung fast ausschließlich lokal in der Nase. Die systemische Bioverfügbarkeit, also der Anteil eines Wirkstoffs, der dem Kreislauf unverändert zur Verfügung steht, beträgt weniger als ein Prozent. Selbst bei versehentlichem Verschlucken sind systemische Nebenwirkungen praktisch auszuschließen, da Mometason bei der ersten Passage in der Leber zu nahezu 100 Prozent abgebaut wird.

Mometason: hohes Sicherheitsprofil

Auch eine Analyse von 84 Studien zu sechs verschiedenen intranasalen Corticoiden bestätigt, dass die „Cortison-Phobie“ in Bezug auf den topisch angewendeten Wirkstoff Mometason unbegründet ist. Der in der Arbeit beschriebene therapeutische Index (TIX) ermittelt das Verhältnis von Wirksamkeit und Nebenwirkungen verschiedener topischer Steroide. Den höchsten TIX-Wert (7,0) ermittelten die Autoren für Mometason und bewerteten den Wirkstoff mit ausgezeichneter Wirkung bei gleichzeitig bester Verträglichkeit bei der Behandlung der allergischen Rhinitis.³ Für das hohe Sicherheitsprofil von Mometason spricht auch, dass es seit Jahren in Australien und Neuseeland erfolgreich und sicher im OTC-Markt ist und aktuell auch in Deutschland aus der Verschreibungspflicht entlassen wurde. (Lesen Sie dazu das Interview mit Dr. Danny Bartholome.) Wer diese Fakten in sein Beratungsgespräch einbaut, gibt seinen Patienten Sicherheit und Vertrauen in die Therapie. 

Weiterführende Informationen 

 

 

¹ Hellings PW, et al. Explorative study on patient’s perceived knowledge level, expectations, preferences and fear of side effects for treatment for allergic rhinitis. Clin Transl Allergy. 2012; 2:9
² Bousquet et al., Allergic rhinitis and its impact on asthma (ARIA) 2008. Allergy 2008; 63: 8-160
³ Schäfer T. et al. Therapeutic Index (TIX) for intranasal corticosteroids in the treatment of allergic rhinitis. Rhinology 2011; 49: 272-280

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