Patiententypen – Geheimnis Mann

Auf das Thema Prostatakrebs-Vorsorge reagiert jeder Mann anders. Dr. Christian Aust (65), Urologe aus Hamburg, kennt aus seinem Praxisalltag vier Patiententypen.

Geheimnis_Mann
 
Der Resistente

„Manche Patienten verweigern trotz meines Rats eine Prostatauntersuchung oder den Bluttest zur PSA-Wert-Bestimmung. Diese Männer haben Angst vor einem negativen Resultat und glauben, nach einer Prostataoperation inkontinent oder impotent zu werden. Diesen resistenten Patienten nehme ich die Angst, wenn ich ihnen erzähle, dass bei mir im Alter von 62 Jahren ein Prostata-Karzinom erfolgreich behandelt wurde. Das schafft Vertrauen und motiviert jene Patienten, die anfangs alles abgelehnt haben.“ 

 
Der Ideale
 

„Von den gesetzlichen Krankenkassen wird die Vorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr übernommen. Ich empfehle, schon mit 40 Jahren zum Urologen zu gehen. Das wäre ein Idealpatient. Es geht zunächst ja nur darum, den PSA-Wert über einen Bluttest zu ermitteln und die Prostata abzutasten. Der PSA-Wert ist lediglich ein Marker, der eine wichtige Orientierung gibt, ob etwas nicht in Ordnung ist. Das Vorsorge-Intervall richtet sich dann danach, wie der Befund ausfällt. Liegt der PSA-Wert beispielsweise unter 1, reicht es, wenn der Patient in zwei oder drei Jahren wiederkommt. Ansonsten rate ich zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung.“  

 
Der Hypochonder
 

„Dieser Patiententyp ist zum Glück in der Minderheit. Bei mir sind es etwa ein bis zwei Prozent. Diesen Männern muss ich mehrmals im Jahr erklären, dass sie nichts haben und bei ihnen absolut keine Anzeichen für Prostatakrebs erkennbar sind. Aber Hypochondrie ist auch nicht risikolos: Wer zu oft zum Arzt rennt, läuft Gefahr, irgendwann nicht mehr ernst genommen zu werden.“  

 
Der Besserwisser
 

„Manche Patienten leiten die Sprechstunde mit den Worten ein: ‚Man soll ja nicht ständig Symptome im Internet googeln, das macht einen nur verrückt.‘ Aber sie tun es trotzdem. Im Web kann man viele medizinische Informationen finden, die nützlich sein können, aber dort geistern auch Erkenntnisse herum, die veraltet und längst widerlegt sind. Zum Beispiel, dass PSA-Untersuchungen als Prostatakrebsvorsorge keinen Sinn machen. Dann wird es knifflig für jene Patienten, die meinen, etwas besser zu wissen als ihr Arzt.“   

Weiterführende Informationen

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