Verhütungstypen – Geheimnis Frau

Sehr viele der Frauen, die in die Praxis kommen, um ein sicheres Verhütungsmittel zu bekommen, haben sehr genaue Vorstellungen, wie das für sie aussehen soll. Die Gynäkologin Dr. Cora Warlimont erlebt in ihrer Praxis vier Typen von Patientinnen.

Verhütung - Artikel

Die junge Wilde
„Viele der Mädchen, die ich in der Praxis sehe, möchten gern die Pille nehmen, um auf der sicheren Seite zu sein. Einige wollen damit auch auf die Periode verzichten, indem sie die Pille ohne Pause anwenden (Langzyklus: Pilleneinnahme über drei Monate). Dies beunruhigt meist die begleitenden Mütter. Unnötig, weil es für die monatliche Blutung keine medizinische Notwendigkeit gibt. Historisch wurde eine Frau kurz nach ihrer Menarche schwanger und hatte während ihres kurzen Lebens wegen vieler Schwangerschaften und langer Stillzeiten kaum Blutungen. Es gibt zudem einige Fälle, in denen der Langzyklus explizit empfohlen wird.“

Die Reisende
„Sie ist (geschäftlich) viel unterwegs oder bereist verschiedene Zeitzonen, weswegen sie nicht mehr über die regelmäßige Pilleneinnahme nachdenken möchte. Verhütung muss konstant sicher, aber jederzeit zu stoppen sein, denn der Kinderwunsch sitzt im Hinterkopf. Für diese Frauen kommen der Vaginalring oder das Hormonpflaster infrage, die beide gleichmäßig Hormone freisetzen. Der Ring wird 1x im Monat für drei Wochen vaginal appliziert. Nach einwöchiger Anwendungs- und Blutungspause wird ein neuer Ring eingesetzt. Für Frauen, die eine transdermale Anwendung bevorzugen, passt das Pflaster. Es wird wöchentlich gewechselt, ebenfalls mit monatlich siebentägiger Anwendungs- und Blutungspause.“

Die Aufgeklärte
„‚Hormone sind gefährlich‘ und ‚Blutung muss sein‘. Bei Frauen mit diesen Ansichten bleibt oft nur die Kupferspirale. Der Kinderwunsch ist meist kein Thema mehr. Damit ist auch die unterschwellige Angst, ein langjähriger Fremdkörper in der Gebärmutter könne spätere Schwangerschaften unmöglich machen, in den Hintergrund getreten. Für diese Frauen ist entsprechend die Einlage und das Entfernen der Spirale nur eine Bagatelle (Wechsel nach drei bzw. fünf Jahren). Die Menstruation bleibt bestehen, bei einigen Frauen kann sie allerdings stärker sein als zuvor.“

Die Angekommene
„Diese Frauen haben ihre Familienplanung abgeschlossen, die – gegebenenfalls verstärkten – Blutungen belasten sie: Auf ihre Periode wollen sie verzichten, am liebsten dauerhaft. Dafür würden sie auch niedrig dosierte Hormone akzeptieren. Für sie gibt es Mini- oder östrogenfreie Pillen, die ohne Pause eingenommen werden. Oder die Hormonspirale, die nur Gestagen abgibt. Sie eignet sich auch für Frauen mit zunehmend stärkerer und verlängerter Menstruation. Die Periode verringert sich durch sie auf ein Minimum oder bleibt aus. Mit dieser neuen Erfahrung möchten die Frauen diese Pille oder Spirale meist bis zum Ende der fertilen Phase behalten.“

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