Krebsberatungsstellen sind nur vorerst finanziell abgesichert

Die Existenz von acht Krebsberatungsstellen in Baden-Württemberg ist für das Jahr 2017 gesichert.

Es handelt sich um eine Übergangsfinanzierung von 1,2 Millionen Euro, die aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg, der GKV, der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, der AOK Baden-Württemberg und dem Arbeitgeberdachverband stammen. Für 2018 werden weitere Mittel benötigt. Die Übergangsfinanzierung ist notwendig, weil der Bund die Finanzierung der Krebsberatungsstellen – anders als angekündigt – noch nicht als Regelleistung festgeschrieben hat. Dies soll 2019 geschehen.

Aufgaben der Krebsberatungsstellen

Die Krebsberatungsstellen informieren Krebspatienten kostenfrei. Sie helfen bei sozialrechtlichen Fragen zu Berufsunfähigkeit, Rehabilitation, Schwerbehindertenausweis und Selbsthilfe. Auch die psychosoziale Beratung spielt eine wichtige Rolle, wenn nach der Diagnose akute Krisen, Überlastung und Probleme in Partnerschaft, Familie und Beruf zu überwinden sind. Die Beratung ist niederschwellig, ein Überweisungsschein ist nicht notwendig.

Historie der Krebsberatung

Fünf Beratungsstellen der Deutschen Krebshilfe existierten bereits, als das Ministerium für Soziales und Integration in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt 1,2 Millionen Euro als Anschubfinanzierung zur Verfügung stellte, um die Krebsberatung landesweit auszubauen. Es entstanden acht weitere Beratungsstellen, deren Finanzierung für 2017 und 2018 nicht gesichert war. „Die nun bereitgestellte Übergangsfinanzierung ist für uns das Signal, dass flächendeckend erkannt wurde, wie wichtig die Krebsberatung im ganzen Land ist“, sagt Ulrika Gebhardt, Geschäftsstellenleiterin des Krebsverbands Baden-Württemberg. Nun gelte es, für die Finanzierung in den kommenden Jahren zu kämpfen.
Sozialminister Manne Lucha will den Bund nicht aus der Verantwortung entlassen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sei nun aufgefordert, für eine langfristige Lösung der Krebsberatungsstellen zu sorgen. Offen ist allerdings, welche Auswirkungen die Bundestagswahl im September 2017 auf die Finanzierung haben wird.

Anlaufstellen für Hausarztpatienten

Niedergelassene Ärzte können für ihre Patienten Informationsflyer bei der jeweiligen Krebsberatungsstelle in ihrem Einzugsgebiet erhalten. Die Beratungsstellen gibt es in Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Böblingen, Mutlangen, Pforzheim, Ravensburg, Schwäbisch Hall, Sigmaringen, Stuttgart, Tübingen und Ulm. Eine zentrale Homepage informiert unter www.krebsverband-bw.de/krebsberatung/

Diese Meldung wurde durch das IWW - Institut für Wissen in der Wirtschaft - erstellt.