Oktober-News zum Thema Kassenabrechnung für die KVBW

Abrechnung der Chronikerpauschale: Besonderheiten bei der Kennzeichnung des Hausarztwechsels

Die KV Baden-Württemberg weist in ihrem aktuellen Rundschreiben auf die Besonderheiten bei der Kennzeichnung der Chronikerpauschalen mit dem Zusatzbuchstaben „H“ aus Anlass eines Hausarztwechsels hin.

Vorkontakte sind Voraussetzung
Bekanntlich können die Chronikerpauschalen nach den EBM-Nrn. 03220 und 03321 nur dann berechnet werden, wenn in den letzten vier Quartalen (das aktuelle Quartal zählt mit!) wegen der chronischen Erkrankung mindestens drei Arzt-Patienten-Kontakte (APK) mit der Praxis stattgefunden haben, davon mindestens zwei persönliche APK.
Die KV prüft im Rahmen der Abrechnungsbearbeitung, ob die erforderlichen APK bei dem betreffenden Patienten in den Vorquartalen erfüllt sind.

Klassischer Hausarztwechsel und andere Sachverhalte
Eine Kennzeichnung mit „H“ ist jedoch nicht nur bei einem klassischen Hausarztwechsel erforderlich. Auch bei den folgenden Sachverhalten muss das Vorliegen der notwendigen Vorkontakte durch Kennzeichnung der Chronikerpauschalen mit „H“ belegt werden:

• Der Patient hat im Urlaubsquartal Ihren Vertreter aufgesucht.
• Der Patient wurde in den Vorquartalen im Rahmen der HzV oder als Privatpatient behandelt.
• Der Name oder die Schreibweise des Patientennamens hat sich geändert.
• Ihre Betriebsstättennummer (BSNR) hat sich wegen Änderungen in der Praxiskonstellation oder wegen Praxisverlegung geändert.

Die Kennzeichnung mit „H“ muss so lange weitergeführt werden, bis die notwendigen Vorkontakte in der eigenen Praxis nachgewiesen und über die KV Baden-Württemberg abgerechnet worden sind.

KV-Honorar 2018: Orientierungswert, MGV-Veränderungsraten und NäPa-Vergütung

Die Eckpunkte des KV-Honorars für 2018 stehen fest. Der Orientierungswert steigt im kommenden Jahr um 1,18 Prozent auf 10,6543 Cent.

Zusätzlich wurden die regionalen Veränderungsraten der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) für das Jahr 2018 beschlossen. Der Mittelwert der Veränderungsraten aus Behandlungsdiagnosen und Demografie beträgt in der KV Baden-Württemberg ca. 0,14 Prozent und liegt damit deutlich unter den Werten der Vorjahre. Ursächlich hierfür sind zum einen der überdurchschnittliche Zuwachs jüngerer Mitglieder in der GKV und die verbesserte Datenqualität bei der Kodierung.

Zudem ändern sich in 2018 die Vergütungsgrundlagen für Leistungen der nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPa). Bisher werden die Leistungen für die Tätigkeit qualifizierter NäPa in Hausarztpraxen nach den EBM-Nrn. 03060 bis 03065 als extrabudgetäre Leistungen von den Krankenkassen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) bezahlt. Da jedoch das anvisierte Vergütungsvolumen für diese Leistungen von ca. 118 Mio. Euro jährlich nicht ausgeschöpft wurde, werden diese Leistungen nun in die MGV überführt und der Betrag von 118 Mio. Euro auf Basis der aktuellen Versichertenzahlen auf die einzelnen KVen aufgeteilt. Nicht verbrauchte Mittel können somit für andere hausärztliche Leistungen verwendet werden.

Diese Meldungen wurden durch das IWW - Institut für Wissen in der Wirtschaft - erstellt.